Hypnose und das Simpson Protocol
Wenn du längst weißt, was du verändern möchtest, dein Körper aber trotzdem anders reagiert
Vielleicht weißt du längst, dass du nicht für die Gefühle deines Partners verantwortlich bist. Du weißt, dass du Grenzen setzen darfst, dass sein Rückzug nichts über deinen Wert aussagt und dass du dich nicht ständig anpassen musst, um geliebt zu werden.
Und trotzdem passiert in den entscheidenden Momenten wieder dasselbe.
Er wird distanzierter und du wirst innerlich unruhig. Du möchtest Nein sagen und bekommst sofort ein schlechtes Gewissen. Du spürst, dass dir eine Beziehung nicht guttut, kannst aber trotzdem nicht loslassen. Oder du nimmst dir fest vor, dieses Mal bei dir zu bleiben, und bemerkst kurz darauf, dass du dich wieder erklärst, beschwichtigst oder deine eigenen Bedürfnisse zurückstellst.
Das liegt nicht daran, dass du zu wenig verstanden hast oder dich nicht genug bemühst. Unser Gehirn verarbeitet einen großen Teil dessen, was wir wahrnehmen, wie wir Situationen bewerten und wie wir darauf reagieren, ganz automatisch. Frühere Erfahrungen, gelernte Überzeugungen und emotionale Verknüpfungen beeinflussen, was unser System heute als sicher oder bedrohlich einordnet.
Die häufig zitierte Behauptung, unser Unterbewusstsein steuere 95 Prozent unseres Lebens und unser Bewusstsein nur 5 Prozent, ist wissenschaftlich in dieser exakten Form nicht belegt. Was wir aus der Forschung jedoch wissen, ist, dass viele Wahrnehmungs-, Bewertungs- und Reaktionsprozesse außerhalb unserer bewussten Kontrolle stattfinden. Du kannst deshalb rational wissen, dass gerade keine unmittelbare Gefahr besteht, während dein autonomes Nervensystem trotzdem bereits auf Schutz umgeschaltet hat.
Ein Glaubenssatz wie „Ich muss mich anpassen, damit ich geliebt werde“ besteht deshalb nicht nur aus einem Gedanken. Er kann mit Angst vor Ablehnung, körperlicher Anspannung und dem automatischen Impuls einen Konflikt möglichst schnell zu beenden verbunden sein, Dein bewusster Verstand kann wissen, dass du heute eine erwachsene Frau bist und eine Grenze setzen darfst. Ein tieferer Teil deines Systems kann trotzdem reagieren, als würde genau diese Grenze eure Verbindung gefährden.
Deshalb reicht es manchmal nicht, einen neuen positiven Satz oft genug zu wiederholen. Wenn dein Kopf sagt: „Ich bin sicher“, dein Körper aber weiterhin Gefahr wahrnimmt, übernimmt im entscheidenden Moment meistens die alte automatische Reaktion (denn diese ist in deinem Unterbewusstsein bereits als sicher eingestuft, weil sie bekannt ist und nicht, weil sie wirklich gut für dich ist).
Hypnose kann einen Zugang zu diesen tiefer liegenden Verknüpfungen schaffen. Und genau an dieser Verbindung zwischen Unterbewusstsein und Nervensystem setzt meine Arbeit an.
Was Hypnose wirklich ist
Hypnose ist kein Schlaf und auch kein Zustand, in dem du deinen Willen oder die Kontrolle über dich verlierst. In der Wissenschaft wird sie als ein Zustand fokussierter Aufmerksamkeit beschrieben, in dem äußere Reize weniger wichtig werden und innere Wahrnehmungen, Vorstellungen und Suggestionen stärker in den Vordergrund treten können.
Du kannst meine Stimme hören, bekommst mit, was geschieht, und kannst jederzeit sprechen, dich bewegen oder die Sitzung beenden. Du bist auch in Hypnose nicht willenlos und wirst nichts tun oder erzählen, was du nicht möchtest.
Der Unterschied zu einem normalen Gespräch besteht darin, dass dein analytischer Verstand etwas ruhiger werden kann. Dadurch bekommen wir leichter Zugang zu inneren Bildern, Gefühlen, Körperreaktionen und unbewussten Verknüpfungen, die sich durch Nachdenken allein häufig nicht verändern lassen.
Denn ein Glaubenssatz wie „Ich muss mich anpassen, damit ich geliebt werde“ ist nicht nur ein Satz in deinem Kopf. Er kann mit einer ganzen inneren Erfahrung verbunden sein: mit Angst vor Ablehnung, Anspannung im Körper, dem Bedürfnis, Konflikte sofort zu beenden, und dem automatischen Impuls, die Bedürfnisse eines anderen wichtiger zu nehmen als deine eigenen.
Du kannst dir hundertmal sagen, dass du gut genug bist. Wenn ein tieferer Teil in dir weiterhin glaubt, dass Liebe unsicher ist oder jederzeit verloren gehen kann, wird dein Körper in den entscheidenden Situationen trotzdem auf das alte Programm zurückgreifen.
Hypnose ist keine esoterische Vorstellung
Hypnose wird seit vielen Jahren wissenschaftlich untersucht. Fachgesellschaften beschreiben sie als einen Bewusstseinszustand mit fokussierter Aufmerksamkeit, einer geringeren Wahrnehmung äußerer Reize und einer erhöhten Empfänglichkeit für Suggestionen.
Auch in bildgebenden Untersuchungen zeigen sich während einer Hypnose messbare Veränderungen in der Aktivität und im Zusammenspiel bestimmter Gehirnnetzwerke. Dazu gehören Bereiche, die an Aufmerksamkeit, Körperwahrnehmung, der Bewertung wichtiger Reize und der inneren Steuerung beteiligt sind.
Vielleicht hast du schon einmal eine geführte Meditation gemacht und dabei gemerkt, wie deine Aufmerksamkeit zunehmend nach innen gewandert ist. Du hast die Stimme weiterhin gehört und wusstest, wo du bist, während deine Umgebung für eine Weile weniger wichtig wurde. Hypnose kann sich ähnlich anfühlen und funktioniert auch sehr ähnlich zu einer geführten Meditation, ist jedoch gezielter auf ein bestimmtes Anliegen und einen begleiteten Veränderungsprozess ausgerichtet.
Manche Frauen erleben dabei eine tiefe körperliche Entspannung. Andere bleiben gedanklich ziemlich wach und hören jedes Wort. Beides ist vollkommen in Ordnung. Du musst nicht schlafen, gedankenleer werden oder einen außergewöhnlich tiefen Zustand erreichen, damit Hypnose für dich möglich ist.
Was dein autonomes Nervensystem damit zu tun hat
Dein autonomes Nervensystem reguliert viele körperliche Vorgänge, ohne dass du sie bewusst steuern musst. Dazu gehören unter anderem dein Herzschlag, deine Atmung, deine Verdauung, deine Muskelspannung und jene schnellen körperlichen Reaktionen, mit denen dein Organismus auf eine mögliche Gefahr vorbereitet wird.
Diese Gefahr muss heute keine körperliche Bedrohung sein. Für ein Nervensystem, das bestimmte Beziehungserfahrungen gemacht hat, häufig bereits in der Kindheit, können auch Rückzug, Ablehnung, Kritik, Konflikte oder emotionale Distanz bedrohlich wirken.
Dann beginnt dein Herz vielleicht schneller zu schlagen, dein Brustkorb wird eng oder dein Körper erstarrt. Du kannst plötzlich nicht mehr klar denken, möchtest die Situation sofort klären oder ziehst dich vollständig zurück. Manche Frauen beginnen zu erklären, zu beschwichtigen und sich noch stärker anzupassen. Andere werden innerlich kalt, fühlen kaum noch etwas oder möchten nur noch weg. Manchmal entsteht auch eine Kombination aus beidem.
Diese Reaktionen entstehen nicht, weil du dich bewusst dafür entscheidest. Es sind automatische Schutzreaktionen deines autonomen Nervensystems.
Dahinter können unbewusste Überzeugungen stehen wie:
„Wenn jemand enttäuscht von mir ist, verliere ich die Verbindung“,
„Ich darf nicht schwierig sein“,
„Ich muss mich anpassen, damit ich geliebt werde“,
„Meine Bedürfnisse sind zu viel“,
„Ich bin für die Gefühle anderer verantwortlich“ oder
„Wenn ich mich wirklich zeige, werde ich verlassen“.
Ein solcher Glaubenssatz beeinflusst, wie dein System eine Situation bewertet. Diese Bewertung löst wiederum eine körperliche Reaktion aus. Und wenn du anschließend erneut nachgibst, dich zurückziehst oder versuchst, alles sofort in Ordnung zu bringen, bestätigt das deinem System scheinbar: Nur durch dieses Verhalten konnte die Beziehung gesichert werden.
So verstärken sich der (alte hindernde) Glaubenssatz und die automatische Reaktion deines Nervensystems darauf immer wieder gegenseitig.
Warum positives Denken oft nicht ausreicht
Neue Gedanken, Affirmationen und bewusste Entscheidungen können Veränderung unterstützen. Sie reichen jedoch häufig nicht aus, wenn ein tieferes unbewusstes Muster weiterhin eine gegenteilige Botschaft trägt.
Du kannst morgens vor dem Spiegel sagen: „Ich darf Grenzen setzen.“ Wenn dein System Grenzen aber mit Streit, Liebesentzug oder Verlassenwerden verbindet, wird sich ein Nein im entscheidenden Moment weiterhin gefährlich anfühlen. Und dann sagst du vielleicht doch wieder Ja, obwohl du eigentlich Nein meinst.
Du kannst dir sagen: „Ich bin sicher.“ Wenn dein Körper beim Rückzug deines Partners bereits in Alarmbereitschaft gerät, fühlt sich dieser Satz möglicherweise weit entfernt von deiner tatsächlichen inneren Erfahrung an.
Das bedeutet nicht, dass Affirmationen grundsätzlich wertlos sind. Sie können durchaus etwas Neues stärken. Sie verändern aber nicht automatisch jene Erfahrungen und Verknüpfungen, durch die das alte Muster überhaupt entstanden ist und bis heute immer wieder das Steuer übernimmt.
Genau hier unterscheidet sich das Simpson Protocol von einer Hypnose, die hauptsächlich mit vorgegebenen positiven Suggestionen arbeitet.
Der Unterschied zwischen klassischer Suggestivhypnose und dem Simpson Protocol
In der klassischen Suggestivhypnose werden häufig neue, positiv formulierte Suggestionen eingesetzt, wie zum Beispiel:
„Ich bin selbstbewusst.“
„Ich kann leicht Nein sagen.“
„Ich bin sicher.“
„Ich brauche keine Bestätigung von außen.“
Solche Suggestionen können hilfreich sein, weil ihre Aufgabe sie vor allem darin liegt ein neues Denken, Fühlen oder Verhalten zu stärken.
Wenn darunter jedoch weiterhin ein tiefer Glaubenssatz wie „Ich bin nicht wichtig“, „Ich darf niemanden enttäuschen“ oder „Wenn ich Grenzen setze, werde ich verlassen“ wirkt, treffen diese neuen Sätze auf ein altes inneres Programm, das aus einem bestimmten Grund entstanden ist.
Für mich ist das ein wenig so, als würdest du auf eine entzündete Wunde ein schönes Pflaster kleben. Das Pflaster kann schützen und unterstützen. Die eigentliche Ursache darunter braucht allerdings trotzdem Aufmerksamkeit.
Das Simpson Protocol arbeitet deshalb nicht nur mit neuen Suggestionen, die über ein bestehendes Muster gelegt werden. Es ist eine ursachenorientierte Form der Hypnose. Das bedeutet, dass wir nicht ausschließlich fragen: „Wie möchtest du stattdessen denken oder reagieren?“, sondern tiefer gehen und mit der Wurzel arbeiten, aus der deine heutige Reaktion überhaupt entstanden ist.
Vielleicht passt du dich heute ständig an, weil du irgendwann gelernt hast, dass Zugehörigkeit von deinem Verhalten abhängt. Vielleicht löst die Distanz deines Partners so starke Angst aus, weil Rückzug in deinem Inneren mit Verlust verbunden ist. Vielleicht wehrt dein Körper Nähe ab, obwohl du dir Verbindung wünschst, weil Nähe irgendwann mit Druck, Erwartungen oder fehlender Selbstbestimmung verknüpft wurde.
Das Simpson Protocol versucht deshalb nicht einfach, eine neue Affirmation über dieses Muster zu legen. Es ermöglicht uns, auf einer tieferen Ebene mit dem zu arbeiten, was das alte Programm bis heute noch aufrechterhält.
Ursachenorientiert bedeutet dabei nicht, dass es bei jedem komplexen Thema genau eine einzelne Ursache gibt oder dass ich dir garantieren kann, sie in einer Sitzung vollständig aufzulösen. Unsere Muster entstehen häufig aus mehreren Erfahrungen und entwickeln sich über einen längeren Zeitraum.
Der entscheidende Unterschied liegt darin, dass wir nicht nur das sichtbare Verhalten verändern möchten. Wir beziehen auch die Ebene mit ein, auf der dieses Verhalten einmal sinnvoll, hilfreich oder sogar notwendig geworden ist.
Denn solange diese tieferen Verknüpfungen bestehen, muss dein System sehr viel Kraft aufwenden, um sich anders zu verhalten. Das Simpson Protocol setzt genau dort an.
Wie das Simpson Protocol funktioniert
Das Simpson Protocol wurde von der kanadischen Hypnotiseurin Ines Simpson entwickelt. Das Besondere daran ist, dass du die Ursache deines Problems nicht bewusst kennen und auch nicht ausführlich darüber sprechen musst.
Während der Hypnose vereinbaren wir kleine Fingersignale für Antworten wie „Ja“ und „Nein“.
Das klingt im ersten Moment vielleicht ungewöhnlich, ist aber kein Hokus-Pokus. Dahinter steht der sogenannte ideomotorische Effekt. Damit ist gemeint, dass eine innere Vorstellung, ein Impuls oder eine unbewusste Verarbeitung eine kleine Muskelbewegung auslösen kann, ohne dass du diese Bewegung bewusst planst wie eine normale Handlung.
Vielleicht kennst du das in ganz einfachen Formen aus dem Alltag: Dein Körper reagiert manchmal, bevor du darüber nachdenkst. Du zuckst leicht zusammen, deine Hand bewegt sich, dein Gesichtsausdruck verändert sich oder du hältst kurz die Luft an, bevor dir bewusst klar ist, was gerade in dir passiert.
Bei den Fingersignalen nutzen wir dieses Prinzip sehr bewusst und in einem sicheren Rahmen. Vorab legen wir gemeinsam fest, welcher Finger für welche Antwort steht. Während der Hypnose kann dein System dann über diese kleinen Bewegungen Rückmeldung geben, ohne dass du alles mit dem Kopf analysieren, erklären oder aussprechen musst.
Du bist dabei trotzdem nicht weg, willenlos oder fremdgesteuert. Du bekommst mit, was passiert, und kannst jederzeit sprechen, dich bewegen, die Augen öffnen oder den Prozess unterbrechen.
Die Fingersignale sind also keine magische Wahrheit und kein Beweis dafür, dass „etwas von außen“ mit dir kommuniziert. Sie sind eine sanfte Möglichkeit, innere Prozesse einzubeziehen, die deinem bewussten Verstand in diesem Moment vielleicht noch nicht vollständig zugänglich sind.
Ich stelle im Verlauf der Sitzung strukturierte Fragen und begleite den Prozess. Über die Fingersignale erhalten wir Hinweise darauf, ob ein bestimmter Schritt möglich ist, ob noch etwas berücksichtigt werden muss oder ob der Prozess an dieser Stelle abgeschlossen werden kann.
Du musst dabei nicht bewusst herausfinden, welche Situation in deiner Vergangenheit „schuld“ ist. Du musst keine perfekte Erklärung liefern und dich auch nicht daran erinnern, wann genau ein Glaubenssatz oder Schutzmuster entstanden ist.
Das macht das Simpson Protocol besonders wertvoll für Themen, bei denen du merkst, dass etwas in dir festhält, du mit deinem bewussten Verstand aber nicht mehr weiterkommst.
Du musst nichts erzählen, was du nicht erzählen möchtest
Viele Frauen tragen Themen in sich, über die sie nur schwer sprechen können. Andere haben ihre Geschichte bereits unzählige Male erzählt, analysiert und verstanden und merken trotzdem, dass ihr Körper weiterhin auf dieselbe Weise reagiert.
Beim Simpson Protocol musst du mir nicht alle Einzelheiten deines Erlebens schildern. Wir besprechen vorher, worum es grundsätzlich geht und was du dir von der Sitzung wünschst. Die privaten Details dürfen jedoch bei dir bleiben.
Auch die genaue Ursache muss nicht bewusst aufgedeckt werden. Der Prozess kann stattfinden, ohne dass wir gemeinsam jede Erinnerung durchsuchen oder versuchen, mit dem Verstand herauszufinden, wo alles angefangen hat.
Das bedeutet auch, dass du belastende Erfahrungen nicht absichtlich noch einmal vollständig durchleben musst. Gefühle, innere Bilder oder Körperempfindungen können während einer Hypnose auftauchen. Wir arbeiten aber nicht nach dem Prinzip, dass du möglichst tief in einen Schmerz eintauchen musst, damit Veränderung geschehen kann.
Du darfst jederzeit sprechen, die Augen öffnen, eine Pause machen oder den Prozess beenden. Deine Sicherheit und deine Selbstbestimmung bleiben während der gesamten Sitzung erhalten.
Warum ich Hypnose und Nervensystemarbeit miteinander verbinde
Das Simpson Protocol kann sehr tief an unbewussten Themen arbeiten. Gleichzeitig habe ich in meiner eigenen Entwicklung und in der Begleitung von Frauen gelernt, dass Veränderung nicht nur im Unterbewusstsein stattfindet.
Unsere Muster zeigen sich im Alltag vor allem auch körperlich. In dem Druck auf der Brust, wenn der Partner sich zurückzieht. In der Anspannung, wenn wir eine Grenze setzen möchten. In dem Gefühl, plötzlich nichts mehr sagen zu können. In dem inneren Alarm, obwohl im Außen gerade keine unmittelbare Gefahr besteht.
Deshalb bildet Nervensystemarbeit heute das Fundament meiner Begleitung. Sie hilft dir dabei, deine automatischen Schutzreaktionen früher wahrzunehmen, deinen Körper besser zu verstehen und nach und nach neue Erfahrungen von innerer Sicherheit zu machen.
Gleichzeitig reicht es manchmal nicht, nur den Körper zu beruhigen. Denn wenn tief in dir weiterhin der Glaubenssatz wirkt: „Wenn ich Nein sage, werde ich verlassen“ oder „Ich muss mich anpassen, damit ich geliebt werde“, wird dein Nervensystem höchstwahrscheinlich beim nächsten ähnlichen Moment wieder sofort in Alarm gehen, wenn diese tiefe Überzeugungen dahinter nicht aufgelöst werden.
Und andersherum kann Hypnose zwar an einem solchen alten Glaubenssatz arbeiten, dein Körper braucht im Alltag aber trotzdem neue Erfahrungen. Er muss erleben, dass du heute eine Grenze setzen kannst, ohne dass alles zusammenbricht. Dass du einen Konflikt aushalten kannst, ohne dich selbst zu verlieren. Und dass du bei dir bleiben darfst, auch wenn ein anderer Mensch gerade enttäuscht, distanziert oder emotional nicht erreichbar ist.
Genau deshalb verbinde ich beides miteinander.
Mit dem Simpson Protocol arbeiten wir an der Wurzel des alten Programms. Mit der Nervensystemarbeit unterstützen wir deinen Körper dabei, nicht immer wieder automatisch auf die gleiche Weise zu reagieren.
Diese Verbindung kann Veränderung leichter und oft auch schneller möglich machen, weil wir nicht nur an einem Teil des Musters arbeiten. Wir schauen sowohl auf das, was tief in dir gespeichert ist, als auch auf das, was dein Körper daraus im Alltag macht.
Hypnose und Nervensystem-Coaching greifen dabei ineinander. Der alte Glaubenssatz kann nach und nach an Kraft verlieren, während dein Körper gleichzeitig lernen darf, dass du heute als eine Erwachsene Frau ganz andere Möglichkeiten hast. Du musst dich nicht mehr automatisch anpassen, festhalten, alles erklären oder dich zurückziehen, um dich sicher zu fühlen.
Die Nervensystemarbeit bleibt deshalb das Fundament meiner Begleitung. Das Simpson Protocol nutze ich ergänzend, wenn wir merken, dass hinter einer Reaktion ein tiefer liegendes Muster steckt, das sich mit Verstehen allein bisher nicht verändert hat.
Was wir wann einsetzen, richtet sich nicht nach einem starren Ablauf, sondern danach, wo du gerade stehst und was dich wirklich weiterbringen kann.
Bei welchen Themen kann Hypnose eingesetzt werden?
Ich nutze Hypnose vor allem bei unbewussten Glaubenssätzen, Beziehungsmustern und emotionalen Reaktionen, die sich trotz aller Erkenntnisse immer wiederholen und dich daran hindern, dich so zu entwickeln, wie du es dir eigentlich wünschst.
Dazu gehören beispielsweise emotionale Abhängigkeit, Verlustangst, People Pleasing, ein niedriger Selbstwert, Schwierigkeiten beim Setzen von Grenzen und der wiederkehrende Wunsch nach Bestätigung durch den Partner.
Auch bei der Anziehung zu emotional unverfügbaren Männern, der Angst vor Nähe, dem Rückzug bei Intimität oder dem Gefühl, einen Menschen nicht loslassen zu können, kann Hypnose ein sehr sinnvoller Teil der Begleitung sein. Gerade hinter diesen Beziehungsmustern liegen häufig tiefe Überzeugungen und Glaubenssätze, die sich mit rationalem Verstehen allein nicht verändern.
Häufig finden sich dahinter Glaubenssätze wie
„Ich bin nicht gut genug“,
„Ich muss etwas leisten, um geliebt zu werden“,
„Ich darf keine Bedürfnisse haben“,
„Ich bin für die Gefühle anderer verantwortlich“,
„Wenn ich Nein sage, werde ich abgelehnt“,
„Wenn er sich zurückzieht, verliere ich ihn“ oder
„Nähe bedeutet, dass ich mich selbst verliere“.
Hypnose kann dabei helfen, mit den unbewussten Erfahrungen und Verknüpfungen hinter diesen Überzeugungen zu arbeiten. Sie ersetzt jedoch keine medizinische oder psychotherapeutische Behandlung und eignet sich nicht für jede Person und jede Situation.
Wie läuft eine Online-Hypnose bei mir ab?
Vor jeder Hypnose nehmen wir uns Zeit für ein ausführliches Gespräch.
Du erzählst mir so viel über dein Thema, wie sich für dich richtig anfühlt. Wir klären deine Fragen, sprechen über mögliche Bedenken und schauen gemeinsam, ob Hypnose für dich und deine aktuelle Situation geeignet ist.
Anschließend begleite ich dich Schritt für Schritt in den hypnotischen Zustand. Du musst dabei nichts leisten und auch keinen bestimmten Grad an Entspannung erreichen.
Nachdem wir die Fingersignale eingerichtet haben, beginnt die eigentliche Arbeit mit dem Simpson Protocol. Ich führe dich durch den Prozess und achte dabei nicht nur auf die Signale, sondern auch auf deine Atmung, deine Körpersprache und darauf, wie es deinem Nervensystem während der Sitzung geht.
Am Ende begleite ich dich wieder vollständig aus der Hypnose heraus. Danach hast du Zeit, in Ruhe anzukommen. Du kannst über deine Wahrnehmungen sprechen, musst aber nichts erzählen, das du für dich behalten möchtest.
Die Hypnose findet online statt.
Du brauchst dafür einen ruhigen Ort, eine stabile Internetverbindung und ein Gerät, über das wir uns gut hören und sehen können. Viele Frauen erleben Online-Hypnose deutlich angenehmer als eine Hypnose vor Ort, weil sie die Sitzung in ihrer vertrauten Umgebung machen können (was einen wichtigen Einfluss darauf hat wie sicher sich dein Nervensystem fühlt) und anschließend nicht mehr nach Hause fahren müssen.
Kann ich in Hypnose die Kontrolle verlieren oder darin stecken bleiben?
Nein. Du kannst in einer Hypnose nicht stecken bleiben und verlierst auch nicht deinen eigenen Willen.
Du hörst meine Stimme, bekommst mit, was passiert, und kannst jederzeit sprechen, dich bewegen, die Augen öffnen oder die Sitzung unterbrechen. Du bist auch in einer tiefen Hypnose nicht bewusstlos und niemand kann dich dazu bringen, etwas zu tun oder zu erzählen, was du nicht möchtest.
Auch wenn während einer Online-Sitzung die Internetverbindung abbrechen sollte, musst du keine Angst haben. Du würdest entweder von selbst wieder ganz wach werden oder zunächst in einen normalen Schlaf übergehen und später wieder aufwachen.
Und du musst deinen Kopf auch nicht vollständig ausschalten. Viele Frauen denken am Anfang, sie müssten vollkommen loslassen, an nichts mehr denken und sofort in eine besonders tiefe Trance fallen. Das ist aber gar nicht nötig.
Gerade wenn Kontrolle für dich lange wichtig war, weil sie dir Sicherheit gegeben hat, werde ich dich nicht dazu drängen, sie möglichst schnell abzugeben. Wir arbeiten nicht gegen diesen Teil in dir. Du darfst dich Schritt für Schritt und in deinem eigenen Tempo auf den Prozess einlassen.
Wie viele Hypnosesitzungen brauche ich?
Darauf gibt es keine feste Antwort, weil jeder Mensch und jedes Thema anders ist.
Manche Frauen merken bereits nach einer Hypnose, dass sich etwas deutlich verändert hat. Andere bemerken es zuerst in kleinen Momenten im Alltag. Vielleicht reagierst du in einer bestimmten Situation ruhiger, kannst eine Grenze etwas leichter aussprechen oder stellst fest, dass dich etwas nicht mehr ganz so stark trifft wie vorher.
Bei manchen Themen braucht Veränderung mehr Zeit. Gerade emotionale Abhängigkeit, Verlustangst, People Pleasing und alte Beziehungsmuster sind häufig nicht durch eine einzelne Erfahrung entstanden. Oft hängen mehrere Glaubenssätze, Schutzreaktionen und frühere Erfahrungen miteinander zusammen.
Durch meine bisherige Begleitung verschiedener Frauen habe ich die Erfahrung gemacht, dass drei Hypnosesitzungen häufig eine gute Mindestzahl sind. Nicht, weil sich jeder Veränderungsprozess in eine feste Anzahl von Terminen pressen lässt, sondern weil wir dadurch die Möglichkeit haben, mehrere Ebenen eines Themas zu betrachten, aufeinander aufzubauen und auch das einzubeziehen, was sich erst nach der ersten Sitzung im Alltag zeigt.
Deshalb enthalten meine Programme meistens mindestens drei Hypnosesitzungen und erstrecken sich über mindestens drei Monate, häufig auch länger. Größere Veränderungen werden oft nicht nur während einer Sitzung sichtbar, sondern in den Wochen danach: in deinen Reaktionen, deinen Beziehungen, deinen Entscheidungen und in der Art, wie du mit dir selbst umgehst.
Dieser längere Rahmen gibt uns die Möglichkeit, solche Veränderungen wahrzunehmen, zu vertiefen und dort weiterzuarbeiten, wo sich noch ein altes Muster zeigt.
Deshalb arbeite ich bei solchen Themen am liebsten innerhalb einer Begleitung, in der wir Hypnose und Nervensystemarbeit miteinander verbinden. So bleibt es nicht bei einer intensiven Sitzung, nach der du mit allem wieder allein bist. Wir können gemeinsam schauen, was sich verändert, was sich im Alltag noch zeigt und was dein Körper vielleicht noch braucht, damit sich das Neue wirklich sicher anfühlen kann.
Ich möchte dir nicht versprechen, dass ein langjähriges Muster nach einer einzigen Hypnose vollständig verschwunden ist. Das wäre nicht ehrlich. Gleichzeitig kann Hypnose sehr viel in Bewegung bringen und uns an Stellen führen, die du mit Nachdenken, Analysieren und bewussten Vorsätzen bisher nicht erreicht hast.
Wie viele Sitzungen für dich sinnvoll sind, besprechen wir deshalb individuell und ohne starre Vorgabe.
Ist das Simpson Protocol das Richtige für dich?
Das Simpson Protocol kann gut zu dir passen, wenn du deine Muster eigentlich längst verstanden hast und dich trotzdem immer wieder dabei beobachtest, wie du auf dieselbe Weise reagierst.
Vielleicht weißt du, dass du nicht um Liebe kämpfen musst, und hältst trotzdem fest. Vielleicht weißt du, dass du Nein sagen darfst, und bekommst trotzdem sofort Angst oder Schuldgefühle. Vielleicht möchtest du dich anders verhalten, aber etwas in dir wird unruhig, macht dicht oder zieht dich immer wieder zurück in das, was vertraut ist.
Es kann auch zu dir passen, wenn du tiefer arbeiten möchtest, aber nicht deine gesamte Geschichte erzählen oder belastende Erfahrungen noch einmal ausführlich durchleben willst.
Du musst dafür nicht besonders spirituell sein, an Hypnose glauben oder schon genau wissen, wo dein Thema entstanden ist. Du musst auch nicht perfekt loslassen können. Es reicht, wenn du neugierig bist und bereit, dich in deinem Tempo auf den Prozess einzulassen.
In einem kostenlosen Kennenlerngespräch schauen wir gemeinsam darauf, was dich gerade beschäftigt und was für dich sinnvoll sein könnte. Vielleicht ist Hypnose mit dem Simpson Protocol ein wichtiger Teil deiner Begleitung. Vielleicht braucht dein Nervensystem zuerst mehr Sicherheit. Vielleicht ist gerade die Verbindung aus beidem das, was dich am besten unterstützt.
Das wichtigste ist aber: Du musst dich nicht in eine Methode hineinpressen lassen. Wir wählen nicht zuerst ein Werkzeug und versuchen dann, dich irgendwie daran anzupassen. Wir schauen zuerst auf dich, dein Thema und darauf, was du gerade wirklich brauchst.
Du bist genug – so wie Du bist, hier und jetzt!